Viel habe ich nicht mitbekommen, als ich drei war, war der Krieg zu Ende. Ich meine mich zu erinnern, daß der „Führer“ einmal mit seiner Wagenkolonne auf der Ludwigstraße an unserem Haus vorbei zum Obersalzberg fuhr, die Route würde passen. Auch Schreckensrufe von Tante Elise und ein schneller Ritt mit dem Kinderwagen nach Hause sind noch in Erinnerung. Den Winter 1944/45 haben wir dank meines meisterhaft organisierenden Vaters friedlich auf der Schwarzenkopfhütte am Tegernsee verbracht – von dort gibt es Bilder, wie ich zusammen mit einer kleinen Freundin auf den Skiern stehe. Zurück in Reichenhall, habe ich die Ängste der Erwachsenen in einer Bombennacht im Luftschutzkeller unseres Hauses in der Ludwigstr 32 intensiv in Erinnerung, es war wohl der 25. Apri 1945 – damals gab es viele Tote und einige Zerstörung (200 Häuser), aber uns und unserem Haus geschah nichts.
. Nach der Kapitulation kamen die Amerikaner, es gab meines Wissens keine Übergriffe, aber auf einmal eine neue Währung: Zigaretten, Whisky, Schokolade, Kaugummi. Die jungen Mädels haben sich damals schnell mit den GIs arrangiert, die alle SS-Hochburgen in unserer Umgebung besetzt hatten – dort gab es Jazz, Tanz und Bars.