Nach dem Abitur im April 1960 blieb ein halbes Jahr, um das Studium der „Atomphysik“, wie mein Vater wünschte, an der Ludwigs-Maximilian-Universität in München zu beginnen. Ich hätte lieber Literaturwissenschaft studiert, aber für meinen Vater kam das nicht in Frage. Statt dessen sorgte er dafür, daß ich ein 5 Monate langes Praktikum bei den Wacker-Werken in Burghausen machen durfte. Ich begann dort in der Schlosserwerkstatt und lernte schleifen, schlichten und schweißen. Später kam ich in die Acetaldehyd-Fabrik, Vorstufe für PVA, der auch überall zu riechen war. Ich sollte wohl ein wenig das Leben kennenlernen, bevor ich Student wurde, und das hat auch funktioniert. Die Arbeit dauerte von 7:00 – 17:00 mit einer Stunde Mittagspause, und ich wohnte in einem Arbeiterhaushalt zur Miete und lernte der Arbeiter-Alltag ein wenig kennen. Am Wochenende gab es Heimaturlaub in Bad Reichenhall, meine Mutter holte mich stets ab und brachte mich montags am frühen Morgen zurück.